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Bye bye, du herausforderndes 2019. Willkommen 2020.

2019 war ein anstrengendes Jahr. Herausfordernd. Schwierig. Trotz oder genau deswegen war es bereichernd. Lehrreich. Jetzt an seinem Ende fühle ich mich leicht.

2019 sollte das Jahr werden, in dem ich Klarheit erhalte, welche Projekte sinnvoll sind und weitergeführt werden wollen und welche nicht (lies HIER). Am Anfang des Jahres war ich mir bereits sehr sicher, dass ich diese Klarheit bereits hätte. Dann kam alles anders als gedacht.

Um diese Kehrtwende zu akzeptieren brauchte ich Unterstützung. Denn sie kam überraschend. Es fühlte sich an, als würde ich ertrinken. Ertrinken in einem Meer von diffusen Emotionen. Wut, Enttäuschung, Unverständnis, Überforderung, Traurigkeit. Von einem Moment auf den anderen war die Klarheit weg. Sie hat sich aufgelöst, ist in sich selbst implodiert.

Es waren meine Familie und sehr gute Freunde, die mir den Rettungsring hin warfen und mich vor dem Ertrinken retteten. Da wurde mir klar, was wirklich wichtig ist.

 

Spannenderweise bin ich im letzten Viertel von 2019 vielen Menschen begegnet, die dieses Jahr als ähnlich herausfordernd erlebten. Es ist ein Jahr, in dem unsere Werte auf dem Prüfungstand standen. Oder in dem erst klar wurde, welche Werte uns wichtig sind.

Für mich haben sich vier Kräfte herausgestellt, die mich fortan begleiten: Liebe, Familie, Selbstbestimmung und Freiheit.

Ich bin noch dabei mein Leben nach diesen vier Werten auszurichten, aber die wichtigste Entscheidung habe ich gefällt: 2020 wird mein Jahr. In diesem Jahr will ich mich hauptsächlich um mich und meine Liebsten kümmern.

 

2020 wird das letzte Jahr sein, bevor meine Tochter Laralena in den Kindergarten kommt. Danach habe ich zwei schulpflichtige Kinder. Dieses letzte Jahr will ich in vollen Zügen mit ihr geniessen. 2020 wird unser Mutter-Tochter-Jahr!

Mir ist klar geworden, dass ich dieses letzte Jahr niemals mehr nachholen könnte. Alles andere kann ich auch später noch machen. Ich sehe bei Livio wie selbständig er mit seinen 6 Jahren bereits ist. Manchmal sehen wir ihn nur zum Mittagessen. Er geht morgens aus dem Haus, in die Schule, wieder in die Schule und dann zu seinem Freund zum Spielen und Abendessen. Wenn es bei Laralena so weit ist – schon bald! – habe ich dann wieder mehr Ressourcen frei für meine eigenen Projekte und Produktionen.

 

Gleichzeitig fängt nun aber auch die Zeit an, in der ich wahnsinnig viele Dinge mit meinen Kindern erleben kann. Wir gehen zusammen ins Kino (ich liebe gute Filme, besonders von Disney!), besuchen das Theater (praktisch, wenn das Gotti Theaterregisseurin ist), wir tanzen und singen an Konzerten. Wir erfinden gemeinsam Geschichten und schreiben Songs. Ich liebe das! Ich liebe es, diese besonderen Momente mit meinen Kindern zu erleben, mit ihnen an Kultur teilzunehmen, ihnen Kunst und Musik näher zu bringen und gemeinsam mit ihnen an unserer Familienkultur zu werkeln. Jetzt ist dafür die Zeit. Jetzt geniessen sie das mit Mami und Papi. Zu schnell geht es und sie ziehen auf eigene Faust los.

 

So landeten dieses Weihnachten viele Tickets unter dem Weihnachtsbaum und ich freue mich schon riesig auf die tollen Theater-, Kino- und Konzerterlebnisse! Mit Kindern Kultur zu erleben, Produktionen mit ihren Augen zu sehen und ihren Ohren zu hören ist für mich eine unglaublich bereichernde Erfahrung. Kinder sind voller Fantasie, ihre Interpretationen wertfrei. Sie kennen noch kein Schubladendenken und sind einfach ehrlich. Sie sprechen aus ihren Herzen. Dies ist eine grosse Chance für uns Erwachsene. Ich nehme sie wahr und lasse mich 2020 von meinen Kindern an die Hand nehmen. Sie sind nur einmal so jung. Diese Chance kommt nie wieder.

 

2020 werde ich schwimmen. Ich werde mich vom Wasser treiben lassen. Alles soll fliessen. Panta rei. 

In diesem Sinne wünsche ich auch dir ein inspiriertes und inspirierendes* 2020!

 

Herzlichst, deine Miriam

 

 

*Das Wort «Inspiration» stammt vom lateinischen Wort «inspiratio» und bedeutet Beseelung. «in» heisst «hinein» und «spirare» wird mit «atmen» übersetzt. Womit ich wieder beim Atmen wäre… aber dazu ein andermal.

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