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Zwei Liebende und ein Krimi

Auf dem Weg nach Küssnacht am Rigi erzähle ich meiner heutigen Begleiterin Sabrina von Hof Landschi und Gastgeber Christian. Auf halbem Weg fängt der Himmel an zu weinen. "Christian wird schon wissen, was zu tun ist, er ist ein "Wetterschmöcker"!" meine ich zuversichtlich. Auf Hof Landschi angekommen fragt mich Christian als erstes: "Was meinst du zum Wetter?" Und so stehen wir da, Tätschmeister, Gastgeber, Sabrina und ich und beobachten stirnrunzelnd den Himmel. Das Wetterradar meldet Regen von 13 bis 13.30 Uhr. Um 14 Uhr soll die Zeremonie stattfinden. Am liebsten draussen auf dem wunderschönen Zeremonienplatz am Fusse der Königin der Berge, der Rigi. 

Wir entscheiden uns in Rücksprache mit dem Brautpaar für den Mittelweg: Nicht drinnen, aber in der Nähe: Unter der Trauerweide gleich neben der Schüür. Wir werden noch froh sein, uns so entschieden zu haben. 

Der Radar hatte Recht und mein Soundcheck mit Gitarrist Gregor Obrist ist eine stürmische Angelegenheit. Alle Technik, zwischenzeitlich unter ein Zelt gepackt, wird um 13.40 Uhr wieder korrekt aufgestellt, als der Regen aufhört. Nun geht es Schlag auf Schlag: Alle Stühle mit trockenen Kissen werden für die Gäste aufgestellt, die Sitzbank fürs Brautpaar bereitgemacht, die Deko wieder hergerichtet, ein letzter kurzer Lautstärketest und los geht's! 

 

Einmal mehr darf ich einen aufgeregten Bräutigam beobachten und einen stolzen Vater, der seine wunderhübsche Tochter zu ihrem Liebsten führt. Manuela strahlt wie die Sonne in ihrem federleichten, rückenfreien Traumkleid. Ich darf meinen Einzugssong auf Mundart präsentieren: "Well ech dech liebe". Dann tauchen wir ein in die "Never ever ending love story" von Manuela & Roger. Ihre Liebesgeschichte entführt uns nach Berlin, ihre Lieblingsstadt. Dort wo Roger um Manuela's Hand angehalten hat. Potsdamer Platz. Kolhoff Tower. Die Geschichte vom im Handgepäck versteckten Verlobungsring liest sich wie ein Krimi. Aber Roger wäre nicht Roger, wenn sein Plan nicht tadellos funktioniert hätte. Und wir alle wären heute nicht da, wenn Manuela nicht Ja gesagt hätte. Und so dürfen wir alle heute von einem weiteren grossen Ja Zeuge werden. 

Mit dem Kuss und dem letzten Ton meiner individualisierten Mundart-Version von Ed Sheeran's "Perfect" mit dem Titel "Mier tanzed dor die Wält", fängt der Himmel erneut an zu weinen. Ja, schon eher so richtig zu heulen! Kurzerhand ziehen wir den Auszug vor und vervollständigen die Zeremonie mit den Wünschen der Familie auf Plexiglasherzen im Trockenen. Was für ein Wetterkrimi!

Es folgte ein Wahnsinns-Gewitter. Mit dem Sturm flogen nicht nur die Herzballons davon. Ich stellte fest, dass eine Ehe eben nicht nur heiterer Sonnenschein bedeutet, sondern auch Stürme und Regen. Manuela und Roger nehmen es gelassen. Gemeinsam werden sie das meistern. Davon bin ich mehr als überzeugt!

 

Ein herzliches Dankeschön an das Brautpaar, an alle Gäste, an Gastgeber Christian und sein Team vom Hof Landschi, an Gregor Obrist für die musikalische Unterstützung (es war eine grosse Freude mit dir zu spielen!) und an Noemi Colelli und ihr Team für die zauberhafte Dekoration!